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Pfingstmontag

Abenteuer der Wahrheit

Pfingstmontag

IHR KÖNNT ES JETZT NICHT ERTRAGEN. (Joh 16,12)

Euer Herz ist noch schwach. Ihr hängt an eurer eigenen Wahrheit — euren Bedürfnissen angepaßt. Eure so zurecht gezimmerte Wahrheit werdet ihr leicht ertragen — doch sie wird euch nicht tragen.

DER GEIST WIRD EUCH IN DIE GANZE WAHRHEIT EINFÜHREN. (Joh 16,13*)

Der Beistand des Geistes wird euch jene Wahrheit lehren, die ihr nur erbitten, erhoffen, miteinander und füreinander von Gott empfangen könnt: wenn ihr euch in Frage stellt und hinterfragen läßt (was einmal Wahrheit für euch war, kann heute oder morgen schon verkürzte Wahrheit sein); wenn ihr das schmerzliche Loch offen haltet, unfertig zu sein — und wenn ihr es füllen lasst, ein Leben lang; wenn ihr das faszinierende, auch verwundete Abenteuer der Wahrheit, des Weges zur vollen Wahrheit, wagt.

NOCH WÄHREND PETRUS DIES SAGTE, KAM DER HEILIGE GEIST AUF ALLE HERAB. (Apg 10,44)

Bei anderen brachten seine Worte Frucht — bei Heiden, die er nicht angesprochen hatte. Das Echo seiner Predigt hallt auf ihn zurück, widerhallt in ihm und lehrt ihn so den Weg zur Wahrheit.

Auch Petrus brauchte lange — sogar länger als manche andere —, bis er Klarheit über Gottes Wege mit den Menschen gewann.

Gottes Geist führt in die ganze Wahrheit ein, wo Menschen ihn nicht für sich pachten, sondern ihn auch bei den „anderen“ erkennen. (Apg 10,45)

 

Pfingstsonntag

Geist des Verstehens

Pfingstsonntag

ALLE WURDEN MIT DEM HEILIGEN GEIST ERFÜLLT. (Apg 2,41)

Der Geist ist nicht erloschen. Der lebendige Gott macht sich erfahrbar (Apg 2,2-3*). Menschen wie die Apostel und viele andere werden — in der Gemeinschaft (Apg 2,1) — fähig zu einer Verkündigung, die nicht nur den Kopf, sondern das Herz erreicht (Apg 2,5.8.37*).

WIR HÖREN SIE IN UNSEREN SPRACHEN . . . (Apg 2,11%)

Auch sehr menschlich kann Gottes Geist wirken.

Ich fand dich und dein Verhalten abstoßend. Ich habe dich abgelehnt, wohl gehaßt. Du hörtest nicht auf mich. Ich verstand dich nicht. Wir hätten zusammenarbeiten sollen, doch wir haben gegeneinander gekämpft. Ich hatte nur mehr Angst vor dir. Welten trennten uns voneinander. Keiner verstand die Sprache des anderen.

Dann geschah das Wunder. Langsam, von innen her wuchs Verstehen. Du warst offen, unerwartet. Ich spürte, welche Not sich hinter deiner Härte verbarg. Deine Offenheit hat auch in mir Vertrauen geweckt. Wir sind aufeinander zugegangen, jeder bemüht um den anderen. Staunend entdeckte ich, wie

kostbar du bist.

Seitdem verstehen wir einander. So unterschiedlich unsere Sprachen sind — wir sprechen dieselbe Sprache.

Neues Leben ist wach geworden durch unsere Begegnung.

Freude, Friede ist auf viele übergegangen:

JESUS HAUCHTE SIE AN: FRIEDE SEI MIT EUCH! (Joh 20,21-22)

Die gute Nähe von Gottes Atem wird spürbar, wo Menschen in zärtlichem Gutsein die Kräfte der Zerstörung besiegen.

Gottes Geist läßt harte Positionen aufbrechen, führt Getrenntes zueinander.

 

Pingsten - Vorabend

Ist der Geist erloschen?

Pfingsten — Vorabend

ICH WERDE MEINEN GEIST AUSGIESSEN. (Joel 3,1)

„Der Geist ist erloschen“ — Klage des Judentums der Zeit Jesu, Klage unserer Zeit, Klage des eigenen Herzens. Ist der Geist

versiegt? Bleiben unsere Gebeine ausgetrocknet? (EZ 37, 11*)

Dürstet die Kehle umsonst? (Joh 7,37)

MOSE FÜHRTE DAS VOLK GOTT ENTGEGEN. (Ex 19,17)

Uns fehlen Menschen, die wie Mose andere zur Begegnung mit Gott führen. Sind wir nicht genug offen für die Nähe zu Gott —

zuwenig bereit, andere mitzunehmen?

Erwarten wir immer noch Brausen und Feuerzungen (Apg 2,2-3*) und übersehen dabei die stillen Zeichen Gottes?

ICH HAUCHE EUCH MEINEN GEIST EIN. (Ez 37,14)  SO NIMMT SICH AUCH DER GEIST UNSERER SCHWACHHEIT AN. (Röm 8,26)

Ich bin ausgetrocknet, ich bin schwach. Ich gebe es zu. Mein eigenes Mühen reicht nicht aus. Auch nicht die eigene Sorge um Frieden und Versöhnung. (Joh 20,19-23)

Aber ich öffne mich einer Begegnung, die nicht äußerlich bleibt, sondern das Herz meint, trifft, verwandelt. (Ez 36,25-28*; Joh 7,28; 20,22)

Ich lerne beten, nicht nur mit den Lippen, sondern mit dem Herzen: Beten aus der Tiefe des Herzens. Ich lasse in meinem

Beten einem anderen Raum, in mir zu beten. Er vermag es besser als ich. Ich horche in die Stille, um dort das sanfte Wehen des Geistes zu erspüren. (1 Kön 19,11-13*)

Ich werde andere tragen können, wir werden einander tragen auf den wechselvollen Wegen unseres Lebens, wenn wir uns tragen lassen auf den Adlerflügeln eines anderen, wenn wir uns bergen in seinen Schwingen (Ex 19,4).

 

7. Ostersonntag

Vertraut und fremd

Siebenter Ostersonntag/B

Ich liebe die Welt, das Leben, unsere Zeit mit ihren Hoffnungen und Ängsten. Ich fühle mich als Kind meiner Zeit, durch und durch. Dennoch erfahre ich mich oft fremd. Verständnislose Blicke, taube Ohren, spottende Herzen begegnen mir.

Auch dort, wo ich mich angenommen erfahre, bleibt ein Rest schmerzlicher Vereinsamung. Etwas lebt in mir, das anders ist — anderswoher kommt und anderswohin drängt.

SIE SIND NICHT VON DER WELT, WIE AUCH ICH NICHT VON DER WELT BIN. (Joh 17,14)

Ich muß die Spannung aushalten, auch wenn sie mich manchmal zu zerreißen droht. Sie verweist mich auf die letzte, wahre

Geborgenheit, die nicht in dieser Welt, jedenfalls nicht aus den Kräften dieser Welt gelingt.

Werde ich so, im Leiden an meiner Heimatlosigkeit, anderen Hilfe, nicht unterzugehen in ihren Verstrickungen? (Joh 17,15)

NIEMAND HAT GOTT JE GESCHAUT. WENN WIR EINANDER LIEBEN, BLEIBT GOTT IN UNS. (1 Joh 4,12)

Nicht unter einen Glassturz bin ich gestellt:. Und doch erfahre ich schon in diesem Leben, mitten in meiner Welt Heimat:

In der Stille und im Lärm darf ich dir begegnen.

Menschen gewähren mir in ihrer Gemeinschaft einen Ort, wo ich aufgehoben bin, der mich auf das letzte Daheim bei dir verweist.

Ostern ist heute Wirklichkeit:

in der unaufgebbaren Spannung zwischen dem Schon der göttlichen Liebe hier und jetzt — und dem Zeichen des Kreuzes, in dem sie steht, an dem sie wächst und durch das sie, unter Wehen, neues Leben gebiert.